„Serendipity ist die vom Schicksal gewährte Gunst, unerwartete Entdeckungen zu machen –
eine Gunst, die jedoch nur jene erfahren, deren Geist und Sinne dafür offenstehen.“



Gerlinde Thuma

zeitgleiche räume

Die 1962 in Wien geborene, seit vielen Jahren in Gablitz lebende Künstlerin hat an der Universität für angewandte Kunst Malerei und Animationsfilm bei Maria Lassnig studiert. Nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit „bewegten Bildern“, bei denen es sich eigentlich um eine Abfolge von stehenden Einzelbildern handelt, ist das visuelle Darstellen von Zeit und das Miteinander-in-Beziehung-Bringen von Raum und Zeit auf der Malerleinwand ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeiten. 

Mittels Verdoppelung oder Wiederholung bietet die oft in Serien arbeitende Künstlerin ein Möglichkeitsspektrum, indem sie dasselbe Motiv unter verschiedenen Aspekten wiedergibt – vergleichbar mit zwei Kadern eines Animationsfilms, die an unterschiedlichen Stellen herausgeschnitten wurden. Die versetzte Aufzeichnung suggeriert Bewegung und Zeit.

Gerlinde Thumas Bilder – meist durch horizontale oder vertikale Linien in zwei einander entsprechende oder ergänzende Bildhälften getrennt – sind der gegenstandslosen Malerei zuzurechnen, verweisen aber meist auf die Landschaften, in denen die Bilder der weitgereisten Künstlerin entstanden sind. Die Natur ist für die Künstlerin nicht nur Inspirationsquelle, sondern wird oft zu einem technischen Bestandteil ihres Schaffens, wie zum Beispiel die Gezeiten der kroatischen Adria, die in der Bilderserie „Zeitraum zwischen Ebbe und Flut“ die mit Kohle beschichteten Leinwände umspülen, oder die Sonne Südafrikas, mit deren Hilfe Gerlinde Thuma Cyanotypien anfertigt.

In der Ausstellung wird auch eine adaptierte Outdoor-Installation der Künstlerin zu sehen sein, die in ihren Land-Art-Projekten und Environments auch oftmals politische Statements veranschaulicht. 

Biografie Gerlinde Thuma

1962                  geboren in Wien

1981–1988         Studium Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien, 
                          (Meisterklasse Maria Lassnig), Diplom

1982                  Preis des Wettbewerbs Junge Kunst 82 BAWAG Foundation, Wien

1986                  Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich

1987                  Grafikwettbewerb der Stadt St. Pölten (Ankaufspreis)

1990                  Gastkünstlerin im Landesatelier des Künstlerhauses Salzburg

1991                  Förderungspreis des Landes Niederösterreich

1997                  Bauholding Kunstförderungspreis

1998                  Staatsstipendium für bildende Kunst

2010                  Preis der Wiener Postsparkasse im Künstlerhaus Wien

Lebt und arbeitet in Gablitz bei Wien. Seit 1988 tätig auf den Gebieten Malerei und Grafik, Skulptur, Environment, Bühnenbild. Einzel- und Gruppenausstellungen, Projekte, Symposien, Reisen mit künstlerischer Ausrichtung im In- und Ausland.

www.gerlindethuma.at